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Keramische Blumen und Pflanzen

Vom 20. Januar bis 19. September 2021

Keramikzentrum Tiendschuur Tegelen organisiert eine Ausstellung mit organischer Keramikkunst. Über die Natur, die Schönheit bietet, Verwunderung und Trost. Letzteres können wir derzeit gut gebrauchen. Der beruhigende Anblick der Natur, die trotz allem weitergeht. Blätter die sich verfärben und abfallen, die Knospen die im Frühjahr wieder sprießen und uns dann mit Blüten, Blättern und Früchten in den wunderbarsten Formen verwöhnen. Die Schönheit der Pflanzenwelt kann überwältigend sein und ist seit Jahrhunderten eine wichtige Inspirationsquelle für Künstler. Lassen Sie sich inspirieren, berühren und trösten von der von Künstlern aus dem In- und Ausland in Keramik verankerte Natur. 

Künstler aller Zeiten und aus allen möglichen Disziplinen fangen die Natur in ihren Werken ein. Am bekanntesten sind Gemälde, Zeichnungen und Fotografien. Aber diese Ausstellung macht deutlich, dass dieses Thema auch skulptural auf wundervolle Weise dargestellt werden kann. Im Jahr 2016 haben wir bereits eine Ausstellung zu diesem Thema organisiert. Grund für eine zweite Auflage ist, dass es noch so viele weitere Künstler gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigen, und jeder auf einzigartige Weise die Natur in wunderschönen Keramikskulpturen übersetzt.

So gibt es lebensechte fragile Blumen aus Porzellan zu sehen, hergestellt von Nausika Raes (BE). Sie sind sicher geschützt unter einer altmodischen Glaskuppel oder gerahmt hinter Glas zu bewundern.

Eliane Monnin aus Frankreich erstellt sinnliche Formen, die eine stilisierte Pflanzenwelt zeigen. Mit subtilen Farbtönen und dekorativen Formen und Mustern, die an Blütenknospen, Kakteen und Sukkulenten erinnern.

Die gleichen subtilen Tönen, aber dann gemalt, finden sich in den Arbeiten von Claudia Winter (DE).  Sie versieht ihre Arbeiten mit Blumen mit nur wenigen schnellen Pinselstrichen, mit dem Ergebnis stimmungsvoller und impressionistischer Dekoren.

Die Dänin Malene Hartmann-Rasmussen stellt ausgelassene und sehr realistische Keramikblumen und -pflanzen mit leuchtend bunten Glasuren her. Anschließend kombiniert sie die Pflanzenteile zu neuen surrealistischen, märchenhaften Darstellungen. Die skandinavischen Geschichten über Trollen und Elfen werden in ihrer Arbeit lebendig.

Verspielt und bunt sind auch die Arbeiten von Wietske van Leeuwen (NL). Sie baut Schalen mit Paprika und Artischocken. Die Geschmacks- und Geruchspapillen der Besucher werden durch ihre Türme aus Knoblauchzwiebeln und anderen schmackhaften Gemüsekombinationen herausgefordert.

Fröhlich ist auch der dekorative Zierschlamm von Johann Fine, oder besser „terre vernissé“, denn er ist ein französischer Keramiker. Der sonnige südfranzösische Moustiers-Sainte-Marie spiegelt sich in seinem überschwänglichen Werk voller Mohnblumen, Iris und Geißblatt wider.

Noch mehr französische Sphäre sind in den Arbeiten von Sylvie Piaud zu genießen, mit warmen und lebendigen Dekorationen, wobei die mehr stilisierten Blumen und Pflanzenmuster von ihren Arbeiten zu tanzen scheinen.

Neben diesen farbenfrohen Keramik-Exzessen gibt es noch eine ganze Reihe anderer Arbeiten zu sehen. Reines Weiß, aber ganz bestimmt organisch. Da ist die Arbeit von Corrie Bain (GB) mit riesigen Blütenköpfen aus unzähligen zarten Porzellanblättern. Die Herstellung einer dieser Skulpturen nimmt etwa 5 Monate Arbeit in Anspruch.

Auch die faszinierenden und komplexen Porzellanstrukturen von Nuala O’Donovan aus Irland sind äußerst arbeitsintensiv. Ihre Arbeit zeigt Blatt- und Blütenstrukturen, die künstliche Formen überwuchern, so wie Efeu ein Gebäude bedecken kann. Neben Gebilden aus Blättern fertigt sie auch organische Strukturen an, die an Skelette und Korallen erinnern.

Während O’Donovan die Komplexität betont, vereinfacht Barbro Åberg aus Dänemark gerade die organischen Formen. Sie vereinfacht die Originalbeispiele auf prächtig stilisierte und robuste Schwammformen und Korallen.

Thérèse Lebrun aus Belgien holt auch Inspiration aus dem Meer. Ihre filigranen, fast transparenten Porzellanarbeiten erinnern an Seepocken, Korallen und Samenkapseln oder Vergrößerungen von Zellen.

Die Arbeit von Edith Tergau (NL) ist ganz sicher von der organischen Welt inspiriert, aber dann durch eine Lupe, oder besser noch ein Mikroskop gesehen. Ihre Arbeiten zeigen wundersame zellähnliche Skulpturen, tausendfach vergrößert und in Keramik festgehalten.

Schließlich erinnern auch die Arbeiten von Christine Möhring (DE) an Zellstrukturen und organische Wachstumsformen. Ein Teil davon ist von Korallen inspiriert, die streng genommen keine Pflanzen sind, sondern Tiere und ihre Häuser aus Kalk. Aber natürlich und organisch ist es allemal. Ihre Formen scheinen buchstäblich an den Wänden der Ausstellungshalle zu wachsen.

Eröffnung der Ausstellung

Ab Freitag, 20. Januar, ist die Ausstellung zu sehen. Wegen Corona findet die Eröffnung ohne Publikum statt. Kurator Sacha Odenhoven wird eine Einführung geben, die anschließend auf der Website eingesehen werden kann.

Teilnehmende Künstler

Barbro Åberg (DK) Corrie Bain (GB); Nuala O’Donovan (IE); Johann Fine (FR); Thérèse Lebrun (BE); Wietske van Leeuwen (NL); Christine Möhring (DE); Eliane Monnin (FR); Sylvie Piaud (FR); Nausika Raes (BE); Malene Hartmann-Rasmussen (DK); Edith Tergau (NL); Claudia Winter (DE).

Die unten aufgeführten Künstler werden während der Ausstellung persönlich anwesend sein und Vorführungen, Vorträge und/oder Führungen geben:

  • 28. Februar 14:00 Uhr: Edith Tergau (NL)